Twitter und Kongresse/Veranstaltungen – Sinn(frei)?

“Während des Plenums herrscht Handy-Verbot”

Diese Zeile stand, neben anderen, in der Einleitungsfolie des Plenum, an dem ich dieses Wochenende teilnehmen durfte. Es war ein toller Kongress, doch diese kleine, kurze Zeile hat mein Gehirn ein wenig beschäftigt. Sogar so weit, dass ich ihr diesen Post widme.

Zeitgemäß?

“Huh? Ich soll mein Handy ausschalten?”

Das war der erste, schon fast panische, Gedanken eines überzeugten Geeks und Teil der always-on Generation. Ich schalte mein Handy eigentlich nie aus, das größte Zugeständnis ist der Lautlos-Modus, den ich dann auch aktivierte. Ein Blick durch den Saal bestätigte meine geheime Vermutung: Ich war nicht der einzige, der sich derart rebellisch zeigte! Eigentlich hatte jeder auch weiterhin sein Smartphone in der Hand und widmete sich facebook und Konsorten. Was bringt also eine Regel, an die sich keiner hält? Dass man während eines Vortrags nicht im Saal telefoniert sollte Jedem klar sein, aber überwiegen nicht die Vorteile der sozialen Kommunikation den Ablenkungsfaktor? Hängt vom Publikum ab, sage ich.

Die Idee!

Was machen Leute in ihren Networks während der Veranstaltung? Über die Veranstaltung schreiben? Wenn man es fördert, ja.

Warum begrüßt man die Nutzung der modernen Kanäle nicht und nutzt sie effektiv? Der Veranstalter hat naturgemäß großes Eigeninteresse an Feedback, also lasst den Besuchern doch freien Lauf! Gebt ihnen Hashtags, gebt ihnen Replies, gebt ihnen Retweets und vor Allem hört zu, lest mit und macht mit!

Wege

Am Beispiel von twitter, kamen mir folgende Anwendungsfälle in den Sinn.

Der Veranstalter hat in der Versammlungsleitung einen Mitarbeiter mit entsprechenden Twitter-Monitoring-Tools das Hashtag zum Event ist bekannt gemacht und es wird aktiv zur Beteiligung aufgefordert.

Man könnte nun das tweet aufkommen in Relation zum aktuellen Vortrag setzen und dabei unterscheiden nach themenbezogenen Inhalten oder “Langeweile”-tweets. Für die ex-Post Betrachtung sicherlich ein wichtiger Wert um die Positionierung oder Auswahl der einzelenen Veranstaltungsteile zu verbessern.

Ein weitererer Anwendungspunkt kann die Vermeidung von Zwischenrufen sein. Die Möglichkeiten des retweets (Analog der facebook like) als Tool der Zustimmung zu einem Vorschlag aus dem Publikum ergibt ein schnelles Meinungsbild. Lauter, Leiser, Pause, Licht an, Licht aus, Fragen sind alles Beispiele für Unterbrechungen, die so vermieden werden könnten.

Risiken

Setzt man sich mit der Intention hinter der Pauschalaussage “keine Handys” auseinander, kommt man zu dem Schluß, dass es der Vermeidung von allgemeiner Ablenkung dienen soll. Wie aber zu Anfang schon festgestellt ist die faktische Wirkung der Ansage eher begrenzt, also würde durch ein gezielten Einsatz der Nutzung die Ablenkung nicht größer.

Kann man nicht annehmen, dass durch die Ermöglichung zielgerichteter Kommunikation über die aktuellen Veranstaltungsinhalte die Aufmerksam sogar steigt?

Fazit

Ich bin der Meinung, dass man es sich nicht leisten kann die moderner Kommunikationskanäle nicht aktiv zu nutzen, wenn man eine Veranstaltung plant, in der es um den Austausch von Informationen und Meinungen geht. Ablenken werden wir uns, wenn es langweilig ist – Einbringen nur, wenn wir es können. Also macht es möglich!

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